Willkommen beim Heimat- und Museumsverein Bodenfelde e.V.

Wir sind die Salzsieder aus Budinisvelt:

„Schon früh, nämlich im Jahre 833 wurde unser Dorf schriftlich erwähnt: in einer Schenkungsurkunde des Kaisers Ludwig des Frommen. Wir konnten das Geschreibsel natürlich nicht lesen, nur: für uns hatte das keine gute Bedeutung, denn fortan mussten wir für die Mönchsbrüder (Gott habe sie selig, grr…) des Klosters Corvey unser Salz hergeben.

Harte Arbeit war das, zum Glück brauchten wir die Sole nicht aus der Tiefe eines Brunnens schöpfen, die Sole floss einfach aus der Erde, zu beiden Seiten des Reiherbachs. Stellt euch das mal vor! Aber eine Schlepperei war das trotzdem, von den Quellen zu den großen eisernen Siedepfannen. Wenn man nicht vom Schleppen der Holzeimer mit dem Joch ins Schwitzen kam, dann in den Salzkotten!
Das war eine Hitze! Ständig musste das Holzfeuer geschürt werden, dass die Sole in den Pfannen auch tüchtig dampfte und kochte. Manch einer hat sich da schon mächtig verbrannt und das leinene Hemd angesengt.
Heute laufen die Leute ja freiwillig im und am Salzwasser herum, gesund sei das, sagen die Kurärzte, aber für uns war das eine ständige Qual. Immer diese brennende Sole und den Qualm des Feuers einatmen, auf der Haut brannte es wie Feuer und nach 12 bis 14 Stunden Plackerei waren wir über und über überzogen mit einer Salzschicht. Vollkommen ausgetrocknet war unsere Haut, soviel konnten wir gar nicht trinken.

Übel dran waren die, die Salzkruste in den Pfannen mit den großen Salzhaken aufbrechen mussten, da spritzte immer was auf den Körper, das Siedesalz war ja auch noch feucht. Sie mussten das Salz dann in Weidekörbe schaufeln und unter die Decke der Hütte hängen. So trocknete das Salz noch nach, außerdem konnte man den Salzklumpen dann gut transportieren, denn der Klumpen musste nach Corvey, die Weser abwärts, damit die Mönche auch fein ihre Speisen salzen konnten.

Ich bin aber ganz sicher, dass die feinen Herren auch ihre Geschäfte mit unserem Salz gemacht haben. Ich habe mal gehört, dass das Salz so wertvoll wie Gold war. Herjeh, wären wir reich geworden. Bloß, mit dem vielen Gold hätten wir in Budinisvelde gar nichts anfangen können.

Egal, auf jeden Fall haben wir uns einen Platz im Himmel verdient, denn jedes Mal, wenn wir das Salz im Kloster abgeliefert haben, haben wir den Segen Gottes von den Mönchen bekommen.“